Bezahlbares Wohnen und klimafreundliches Bauen

Veröffentlicht am 17.02.2021 in Aktuelles

Konfliktfeld Wohnungsbau

Der Bürgertreff Gundelfingen hatte zu einer Online-Informationsveranstaltung geladen, an der die SPD-Gemeinderäte Christoph Paul und Sabine Sané und die Landtagskandidatin Jenny Sühr teilnahmen. In Gundelfingen soll ein neues Wohngebiet entstehen und im Ort prallen deshalb der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum und der Naturschutzgedanke massiv aufeinander. Deshalb findet am 14. März parallel zu Landtagswahl ein Bürgerentscheid statt.

Wie überall in Freiburg und den Umlandgemeinden im Speckgürtel Freiburgs ist es besonders für Familien fast unmöglich, bezahlbaren Wohnraum zu bekommen. Also soll gebaut werden. Um den Flächenverbrauch zu reduzieren wird Geschosswohnungsbau angestrebt. Die Zeit der Einzelhäuser und der Doppelhaushälften ist vorbei.

Statt in die Fläche muss in die Höhe gebaut werden. Moderner Wohnungsbau muss sich auch durch hohe Flexibilität bei den Grundrissen auszeichnen. Familienwohnungen müssen nach dem Auszug der Kinder problemlos in kleinere Wohneinheiten umgewandelt werden können. Es muss auch schon in der Bauleitplanung versucht werden, eine gute Durchmischung neuer Wohngebiete zu erreichen: Jüngere und Ältere, Singles und Familien, Ärmere und Reichere sollten in einem Wohngebiet zusammenleben.

Die Gundelfinger Gemeinderäte betonten, dass es durchaus möglich ist, umweltverträglich zu bauen: Versickerungsanlagen, Zisternen, Gebäudebegrünung und Photovoltaikanlagen sind dazu wichtige Bausteine. Mobilitätsangebote und Steuerung des ruhenden und fließenden Verkehrs müssen beachtet werden. Öffentlicher Raum darf nicht nur als Verkehrsraum angesehen werden, sondern als Lebensraum für Menschen und auch als Naturraum.

Jenny Sühr betonte, dass auch die Wahl der Baustoffe wichtig ist. Gerade Holzbau ist für den Klimaschutz aber auch für die regionale Wirtschaft wichtig. Holzbau und ökologische Bauweise verteuern den Wohnungsbau anfänglich, führen aber während der Nutzungsdauer zu deutlich reduzierten Nebenkosten. Um die anfänglich höheren Investitionskosten auszugleichen, kann das Land beispielsweise für Holzbau über die Landesbank Fördermittel bereitstellen, so wie es beim energieeffizienten Bauen schon lange und erfolgreich gemacht wird.

Wichtig ist aber, dass auch der Siedlungsdruck auf die Ballungszentren reduziert wird. Auch hier muss das Land steuernd eingreifen: wenn in ländlichen Regionen wie beispielsweise im Hochschwarzwald Arbeitsplätze, gute Infrastruktur, soziale und medizinische Versorgung und kulturelle Angebote vorhanden sind, dann bleiben die Menschen dort wohnen und drängen nicht in die Ballungszentren.

Um die Gemeinden zu unterstützen, aber auch um aktiv selbst günstige Mietwohnungen zu bauen, benötigt Baden-Württemberg eine eigene Wohnungsbaugesellschaft. Gemeinnützige Baugenossenschaften, Mietshäusersyndikate und ähnliche Konzepte können durch sie gefördert werden.

Ganz zentral ist eine aktive Baulandpolitik, um die Grundstücksspekulation zu beenden.

In der Diskussion zeigte sich, dass das Thema Wohnen für viele Menschen von zentraler Bedeutung und der freie Markt für eine menschengerechte Wohnungspolitik ungeeignet ist.

Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig Klima- und Umweltbelange zu berücksichtigen braucht es unbedingt die SPD in der zukünftigen Landesregierung.

Bernd Engesser

Hier geht es zur Aufzeichnung der Diskussion:
https://youtu.be/JlIDHe8CL2Q

 
 

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